Listeners:
Top-Hörer:
play_arrow
Mainstream Radio B6
In dem kleinen Ort Kobershain ist es am Dienstagabend zu einem schweren Unglück gekommen. Eine Explosion richtete massive Schäden an einem Dreiseitenhof an und kostete einen Mann das Leben. Die Ursache der Detonation ist bislang ungeklärt, die Ermittlungen laufen.
Am Mittwochvormittag wirkt Kobershain ruhig wie gewohnt. In der Bäckergasse ist kaum etwas zu hören, nur mehrere Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Ermittlungsbehörden deuten darauf hin, dass sich hier wenige Stunden zuvor ein folgenschwerer Vorfall ereignet hat. Am Dienstag gegen Abend erschütterte eine Explosion das Anwesen, bei der ein 41-jähriger Bewohner ums Leben kam.
Der erste Notruf ging gegen 19.20 Uhr bei der Leitstelle ein. Zunächst wurde von einem kleinen Brand ausgegangen. „Uns wurde ein brennender Papierkorb gemeldet“, erklärt Lutz Frenzel, stellvertretender Wehrleiter der Feuerwehr Schildau, der die Einsatzleitung übernahm. Entsprechend rückten zunächst die Feuerwehren aus Kobershain und Schildau aus.
Bereits kurz nach dem Eintreffen stellte sich jedoch heraus, dass die Lage deutlich ernster war. Weitere Kräfte, unter anderem aus Torgau, wurden alarmiert, der Einsatz wurde hochgestuft. Schnell war klar, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Brandgeschehen, sondern um eine Explosion handelte.
Zwar war Rauch zu sehen, doch ein offenes Feuer brannte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Nach Angaben der Feuerwehr entstand der Qualm durch Staub und feine Partikel, die durch die Druckwelle unter dem Dach aufgewirbelt worden waren.
Die Explosion verursachte erhebliche Schäden: Fensterscheiben wurden zerstört, Dachziegel durch die Luft geschleudert und Teile der Bausubstanz beschädigt. Risse im Mauerwerk zeugen von der enormen Wucht. Von der Straße aus sind die Zerstörungen allerdings nur teilweise sichtbar, vor allem an einem Nebengebäude sind Schäden am Dach zu erkennen.
Bei der Durchsuchung des Anwesens fanden Einsatzkräfte schließlich einen Mann unter Trümmern. Der 41-Jährige konnte nicht mehr gerettet werden. Ein weiterer Bewohner des Hofes, 42 Jahre alt, hatte sich rechtzeitig ins Freie begeben. Er blieb körperlich unverletzt, stand jedoch unter Schock und wurde medizinisch versorgt. Angehörige erhielten noch am Abend Unterstützung durch ein Kriseninterventionsteam.
Zunächst war vermutet worden, dass die Explosion im Heizungsbereich ausgelöst worden sei. Nach ersten Einschätzungen könnte der Ursprung jedoch in einem angrenzenden Gebäude gelegen haben, das offenbar als Werkstatt diente. Eine gesicherte Ursache gibt es bislang nicht.
Wegen der starken Schäden bestand zunächst Einsturzgefahr. Zudem musste ausgeschlossen werden, dass weitere explosive Stoffe vorhanden waren. Spezialisten überprüften daher den Bereich gründlich. Der Leichnam des Verstorbenen konnte erst in den frühen Morgenstunden geborgen werden. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Einsatzkräfte bei der Sicherung des Gebäudes.
Am Mittwochmorgen gaben die Behörden schließlich Entwarnung: Das Anwesen war stabilisiert, die akute Gefahr gebannt. Die Bäckergasse blieb dennoch abgesperrt. Ermittler der Kriminalpolizei sowie Fachleute des Landeskriminalamtes Sachsen setzten ihre Arbeit fort. Dabei kam zeitweise auch moderne 3D-Technik zur detaillierten Tatortdokumentation zum Einsatz.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Ursache der Explosion ist weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.
Geschrieben von: Patrick Hofmann
Copyright Radio B6 - Deutschland´s Radio Nr. 1

Beitrags-Kommentare (0)